Der Innenausbau ist mindestens noch einmal so spannend wie das Aufstellen der Wände
Unter dem Innenausbau habe ich mir anfangs gar kein genaues Bild gemacht. Irgendwie hatte ich da was von Bodenverlegen und ein wenig Streichen im Kopf. Dass das natürlich nicht stimmt, haben wir ganz schnell erleben dürfen. Im Folgenden haben wir mal eine kurze Chronologie des Ablaufs dokumentiert, um hier einmal nachvollziehbar zu machen, wie komplex und aufwendig so ein Innenausbau eigentlich ist.
Der Innenausbau begann bei uns damit, dass der Estrich gegossen und die Fußbodenheizung verlegt wurde. Hier kam eine Spezialfirma, die innerhalb weniger Tage alles verlegt und ausgegossen hatte. Das ging tatsächlich so schnell, dass ich gar kein Foto davon machen konnte. Der Estrich war gegossen und damit begann auch die sogenannte Trocknungsphase.

Bei der Trocknungsphase trocknet, wie der Name schon sagt, der Estrich aus. Dieser gibt jeden Tag, anfangs mehr und später weniger, Feuchtigkeit ab. Diese Feuchtigkeit steht aber nicht als Pfütze auf dem Boden, sondern sie verdunstet. Das führt natürlich zu einer erhöhten Raumluftfeuchtigkeit. Nach einer Frist von 7 Tagen, an denen niemand das Haus betritt, sind wir regelmäßig abends ans Haus gefahren und haben für 15 Minuten alle Fenster geöffnet. Durch dieses Stoßlüften konnte die feuchte Luft durch trockene Außenluft ausgetauscht werden, die wiederum besser in der Lage ist, die Feuchtigkeit des Estrichs aufzunehmen. Tipp: Wir haben uns für ein paar Euro einen Hygrometer gekauft, auf dem wir sehen konnten, wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist und wie stark diese durch das Lüften abnahm.
Unterstützt wird das Trocken durch ein programmiertes Aufheizprogramm der parallel dazu in Betrieb genommenen Heizung. Dabei wird das Haus langsam aber stetig immer mehr aufgeheizt, sodass es ein paar Tage auch einmal über 30 Grad Celsius wurden. Da unser Estrich im Winter trocknete, war es also im Haus immer schön warm. Die Wärme der Fußbodenheizung hat nicht nur zu einem kontrollierten Verdunsten geführt, sondern auch dazu, dass die Feuchtigkeit besser von der Raumluft aufgenommen werden konnte. Denn warme Luft kann mehr Wasser speichern als kalte.
Worauf sollte man achten? Da es eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit im Haus gibt, besteht immer die Gefahr, dass das Wasser an kühleren Stellen wieder kondensiert. Dies ist in der Regel bei den Fensterscheiben der Fall. Hier kann man aber leicht mit einem Tuch die kondensierte Feuchtigkeit aufnehmen. Schimmel oder dergleichen gab es bei uns an keiner Stelle. Anhand des Hygrometers konnten wir zudem sehen, ab wann der Estrich anfing, weniger Feuchtigkeit abzugeben. Dann muss man auch nicht mehr jeden Tag lüften, sondern nur noch jeden zweiten oder gar dritten.
Als nächstes wurden die Wände, die Decken und Fensterumrandungen verspachtelt und gestrichen. Hier können wir nur ein großes Lob an unseren Maler aussprechen, der in einer stoischen Ruhe Zimmer für Zimmer und Fuge für Fuge bearbeitete, sodass man Ende nicht mal mehr erahnen konnte, wo eigentlich die Übergänge der jeweiligen Platten sind.


Nun ging es auch Schlag auf Schlag. Während der Maler im oberen Geschoss beschäftigt war, wurden fast täglich neue Materialien, die für den Ausbau oder die Sanitäranlagen benötigt wurden, angeliefert. Duschwannen, Badewannen, Waschbecken, Rohre usw. nahmen die Handwerker vor Ort entgegen und stellten sie, sofern bereits möglich, in die dafür vorgesehenen Zimmer.

Noch während der Maler die Feinarbeiten abschloss, rückte als nächstes das Haas-eigene Team zum Verlegen der Fliesen an. Diese legten gleich damit los, den Eingangsbereich zu fliesen. Da unsere Küchenlieferung anstand und diese nicht auf Fliesen, sondern Laminat aufgebaut werden sollte, hatten wir bei Haas angefragt, ob es möglich sei, den Bereich in der Küche vorab mit Laminat auszulegen. Haas kam uns hier ohne weiteres entgegen, sodass parallel zum Fliesen auch schon das Laminat in der Küche verlegt wurde.




Auch in den Badezimmern wurden die ersten Vorbereitungen getroffen. Dazu zählt, dass der Boden versiegelt wird, sodass kein Wasser eindringen und das Haus beschädigen kann. Ebenso wurden die Duschwannen eingebaut und die Wände auf die Fliesen vorbereitet.

Insgesamt war es eine sehr spannende Zeit, da hier aus einem Rohbau Schritt für Schritt ein Zuhause wurde. Vielen Dank an die Firma Haas und ihre Mitarbeiter, die zu dieser Veränderung beigetragen haben!